So nicht !

WINGAS (GAZPROM und BASF) plante und beantragte – ohne hinreichende Bedarfsbegründung und mit falschen Angaben in den Antragsunterlagen – ihre bisher größte ERDGAS-KOMPRESSOR-ANLAGE (Verdichteranlage) mit vier offenen Gasturbinen (baugleich mit denen von Düsenflugzeugen) und 500.000 Tonnen jährlichem CO2-Ausstoß in den Naturpark Dahme-Heideseen zu bauen, sowie mit einer deutschlandweit größten Erdgas-Pipeline das Ortsgebiet von Groß Köris zu queren.

„So setzen alle zusammen, jeder auf seine Weise, das tägliche Leben fort, mit und ohne Nachdenken; alles scheint seinen gewöhnlichen Gang zu gehen, wie man auch in ungeheuren Fällen, wo alles auf dem Spiele steht, noch immer so fortlebt, als wenn von nichts die Rede wäre.“
(J.W. Goethe, Die Wahlverwandtschaften, Kap. 31)

Verdichterstation

Dies ist die von der Bürgerinitiative „Keine Erdgasverdichteranlage in Groß Köris und im Naturpark Dahme-Heideseen“ / Brandenburg gegründete Seite deutscher Bürgerinitiativen gegen einzelne unzumutbare Vorgangsweisen, Trassenverläufe, Werksstandorte der im Zuge der Unternehmung Ostsee-Pipeline-Anbindungs-Leitung (OPAL) laufenden Projekte tätiger Großunternehmen wie WINGAS (BASF/WINTERSHALL und GAZPROM-GERMANIA).

Zu dieser sind weitere Initiativen, der Bürgerverein Schenkenland, die Bürgerinitiative Keine Verdichteranlage bei Bestensee und die Bürgerinitiative Mochheide, tatkräftig dazugestoßen und setzen sich mit ein für die Darstellung der dramatischen regionalen Entwicklungsgefahren und für die Suche nach annehmbaren, verträglichen Alternativstandorten der Erdgasverdichteranlage. Besonders wirksame Unterstützung erfährt die rapide wachsende Initiative auch durch die Gemeinde Schwerin und ihren Bürgermeister Heinz Gode, der nun auch Vorsitzender des Amtsausschusses im Amt Schenkländchen ist.

Zuvor war bereits die Groß Köriser Bürgerinitiative „Für die GK1die ortsverträgliche Westumfahrung des Ortes Groß Köris auf bereits bestehenden Trassen“ gegründet worden. Die Informationen zu all diesen Initiativen finden Sie im Seitenmenü rechts. Im weiteren Verlauf der Verfahren sollen hier Informationen zur Arbeit dieser und ggf. weiterer, auch an anderen Streckenabschnitten gegründeten Bürgerinitiativen gesammelt und veröffentlicht werden.

Das Raumordnungsverfahren (ROV) nach dem Raumordnungsgesetz (ROG), sollte dem ursprünglichen Zeitplan nach bis Ende Januar 2008 dauern. Am 25.Januar 2008 wurde das Verfahren aber gestoppt, d.h. „unbefristet ausgesetzt“, wegen nachgewiesen falscher oder fehlender Angaben in den Antragsunterlagen der WINGAS, wegen vieler offener Fragen, und aufgrund der Aufklärungsarbeit der Bürgerinitiativen und unzähliger Einwendungen und Proteste der Bürger. Die WINGAS wurde von der zuständigen Raumordnungsbehörde mehrfach aufgefordert, ihre als unzulänglich erkannten Antragsunterlagen zu ergänzen und nachzubessern. Die Unterlagen der WINGAS waren von der Behörde zur erneuten Nachbesserung jedesmal zurückgeschickt worden. Im Sommer 2008 kam es dann zur erneuten Öffentlichkeitsbeteiligung und zur Beteiligung der fachlich betroffenen Träger öffentlicher Belange. Es waren vier Wochen Zeit, die ursprünglichen Stellungnahmen zu revidieren und zu ergänzen. Siehe dazu auch Kap. Zeitplan.

Nachdem die immer drastischer gewordenen, offenen Fragen geklärt und alle Einwendungen und Stellungnahmen ausgewertet waren, wurde am 1.März 2009 das Raumordnungsverfahren durch eine „landesplanerische Beurteilung“ oder „Empfehlung“ über Trassenverlauf und Standort der Erdgasverdichteranlage abgeschlossen. Das Ergebnis: Allen bisherigen Hauptforderungen der Bürgerinitiativen wurde statt gegeben. Sowohl der von der WINGAS bevorzugte (lange fälschlich als „Zwangspunkt“ bezeichnete) Standort der Verdichteranlage, wie auch der von WINGAS bevorzugte Trassenverlauf durch den Ort Groß Köris wurden vom Ministerium für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg als raumunverträglich erkannt.

Nun folgt das Planfeststellungsverfahren (PFV) in dessen Verlauf erneut eine Öffentlichkeitsbeteiligung stattfinden wird und erneut Einwendungen eingereicht werden können. Mit einem dann auch wesentlichen Unterschied: Gegen den Planfeststellungsbescheid kann Widerspruch eingelegt und geklagt werden.

See

Die vom Projektträger WINGAS geplanten und bevorzugten Varianten für den Standort einer großen Erdgasverdichteranlage im bewohnten Groß Köriser Heideseegebiet und die Trassenführung durch den Ort widersprachen in fast allen Punkten den Grundsätzen der Raumordnung (§2 des Raumordnungsgesetzes)

Petronacht

OFFENER BRIEF an den Minister für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg und an die Staatssekretärin für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg

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Schall-Probe einer Verdichteranlage (Schwesteranlage Mallnow) aus 60 m Entfernung. Zu hören sind zwei Turbinen. Für Groß Köris sind vier Turbinen mit noch größerer Leistung geplant. Rund um die Uhr: 24 Stunden, 7 Tage die Woche.

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